Charisma des Blutes Christi

Gebete zum Blut Christi finden Sie hier.

Das Blut Christi als Leitmotiv des Lebens

Warum verehren wir das Blut Christi?
Wie verehren wir das Blut Christi?
Was macht die Verehrung des Blutes Christi so aktuell?

Warum verehren wir das Blut Christi?

  1. Weil mit „Blut Christi“ Jesus Christus als ganze Person gemeint ist. Wir verehren ihn als unseren Erlöser und Heiland, der uns nicht „mit Silber oder Gold“, sondern mit seinem „kostbaren Blut“ erlöst hat (1 Petr 1,18f).
  2. Weil durch das Blut Christi die Liebe Gottes sichtbar wird. Durch das Blutvergießen Jesu Christi wird seine Hingabe für uns besonders deutlich: das Maß seiner Liebe, wie viel wir ihm bedeuten, wie sehr ihm an uns liegt… (Offb 1,5).
  3. Weil das Blut Christi gleichzeitig seinen Tod und seine Auferstehung zusammenfasst, also den Kern der ganzen Frohen Botschaft, das Pascha-Mysterium. „Blut“ ist ein starkes poetisches Symbol – gleichzeitig für den Tod, wie für das Leben, für die Niederlage, wie für den Sieg, für den Schmerz, wie für die Freude, für die Hingabe wie für die Erfüllung, für das Opfer wie für den Triumph… Das Blut Christi bringt darum das ganze Ostergeheimnis (Pascha) zum Ausdruck. Das zeigen z. B. auch die verklärten Wundmale Jesu an der Osterkerze. 
  4. Weil im Blut Christi die Vollmacht Gottes sichtbar wird. In der Bibel wird das Symbol des Blutes verwendet, um die einzigartige Vollmacht Gottes hervorzuheben: Das Blut des Lammes schützt vor dem Todesengel (Ex 12,23), besiegelt einen neuen und ewigen Bund mit Gott (Ex 24,8; Jer 31,31; Lk 22,20) und befreit von Sündenschuld (Lev 1-7; Mt 26,27b; Eph 1,7; 1Joh 1,7…)
  5. Weil Jesus uns in der Eucharistiefeier nicht nur seinen Leib, sondern auch sein Blut anvertraut hat. Während der Leib Christi mehr die Nahrung für uns bedeutet, wird durch das Blut Christi besonders das Opfer betont. So können wir in der Heiligen Messe durch diese Zeichen bewusster am Erlösungsopfer von Golgota teilnehmen.
  6. Weil das Blut Christi geistiger Weise in den Wunden der Menschheit gegenwärtig ist. Man kann bildhaft sagen, dass Jesus die Sünden und Leiden aller Menschen am Kreuz mit seiner erlösenden Liebe gleichsam ausgefüllt und dadurch den „Herrscher der Welt“ (J 14,30) besiegt hat. Wenn wir den leidenden und mit Sünden belasteten Menschen mit wahrer Liebe begegnen, machen wir uns innerlich mit dem Blute Christi eins und können so am Erlösungswerk teilnehmen (Kol 1,24). 
  7. Weil wir zusammen mit Jesus und Maria auf die Liebe des Vaters antworten wollen. Darum empfangen wir bewusst die am Kreuz vergossene Liebe und schenken sie weiter, denn der Vater sehnt sich so sehr nach der Heimkehr seiner verirrten und doch so geliebten Kinder, die auch so sehr nach wahrer Liebe hungern.

Wie verehren wir das Blut Christi?

  1. Wir halten die Spuren des Blutes Christi in Ehren. An vielen Orten befinden sich noch Reliquien der Passion und Auferstehung Christi mit Spuren des kostbaren Blutes (z. B. Weingarten, Rom, Mantua, Turin, Manoppello, Tschenstochau…). Auch in den Blut-Spuren zahlreicher eucharistischer Wunder verehren wir die am Kreuz vergossene Liebe (z. B. Heiligenblut, Walldürn, Legnitz, Orvieto, Lanciano, Ferrara…).
  2. Wir schätzen die Hl. Kommunion unter beiderlei Gestalten. Darum empfangen wir gerne das göttliche Blut durch das Eintauchen der verwandelten Hostie in den eucharistischen Kelch. Es lädt uns ein, bewusster am Erlösungswerk Christi teilzunehmen und erinnert uns auch an seine geistige Gegenwart in allen anderen Sakramenten und im Wort Gottes. 
  3. Wir schöpfen besonders aus den liturgischen und den offiziellen Gebeten zu Ehren des Blutes Christi, z.B. aus den Texten zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi, der Votivmesse vom Kostbaren Blut sowie aus dem Stundengebet und aus der offizi­ellen Litanei vom Kostbaren Blut. Auch die Spiritualität zahlreicher Heiliger, vieler Wallfahrtsorte und Gemeinschaften, die dem Blute Christi geweiht sind, bereichert uns.
  4. Wir lassen uns auch durch die traditionellen „sieben Blutvergießungen“ Jesu inspirieren. Aus der Betrachtung dieser Stationen auf dem Leidensweg Jesu ergeben sich Impulse für unser geistliches Leben und die Etappen für unseren spirituellen Weg. Sie sind eine Schule wahrer Liebe und froher Opferbereitschaft.
  5. Wir opfern uns selber dem Himmlischen Vater auf – zusammen mit dem Blut Christi, das uns mystisch aus den Wunden der Menschheit entgegenströmt. In Einheit mit Maria unter dem Kreuz, fangen wir heute wie ein „lebendiger Kelch“ die Tropfen des Erlösungsblutes Christi in unseren Herzen auf, die aus den Wunden der Menschheit herabströmen. So machen wir sie dem Vater im Himmel zum Geschenk – zur Sühne für die Sünden der ganzen Menschheit, für die Sterbenden und die Verstorbenen im Fegefeuer und zur Erneuerung der Kirche im Heiligen Geist.
  6. Wir vertiefen und verbreiten die Spiritualität des Blutes Christi wie und wo immer nur möglich. Das Gebet und das Zeugnis unseres eigenen Lebens sind dabei die wichtigsten Mittel. Aber auch Studien, Veröffentlichungen, Andachten, Einkehrtage, Exerzitien und die Betreuung von Pilgern… setzen wir nach Möglichkeit dabei ein.
  7. Wir sind offen für die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinschaften, Bewegungen und Personen, die ebenfalls im Zeichen des Blutes Christi leben und arbeiten möchten. Wir unterstützen nach Möglichkeit alle, die sich bemühen, das Paschamysterium in die Mitte des Glaubens zu stellen.

Was macht die Verehrung des Blutes Christi so aktuell?

  1. Das Blut Christi gibt uns Kraft zur Umkehr und Mut zum Radikalismus des Evangeliums. Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen durch ihr maßloses Streben nach Bequemlichkeit und Spaß ins Unglück rennen. Eine echte Verehrung des Blutes Christi macht uns fähig, gegen den Strom zu schwimmen: Kehrt um und glaubt an das Evangelium! (Mk 1,15).
  2. Das Blut Christi erinnert daran, dass es kein Glück, keine Freiheit, keine Erlösung ohne das Kreuz gibt. Auch viele Christen versuchen, am Kreuz vorbei immer gleich Ostern zu erleben. Durch eine falsch verstandene Liebe wollen sie ohne Golgota glücklich werden und andere glücklich machen. Es gibt aber auf dieser Erde keine wahre Liebe ohne Leid und Opfer, ohne die „am Kreuz vergossene Liebe“: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht (Joh 12,24).
  3. Durch das Blut Christi kann jede Ehe, Familie und Gemeinschaft zu einer echten Schule der Liebe werden. Wir sind geschaffen und geboren, um das wahre Glück zu finden, indem wir Gott über alles lieben und möglichst vielen Mitmenschen helfen, wirklich glücklich zu werden. Frohe Opferbereitschaft ist jene urchristliche Kompetenz, die in der Kraft des Blutes Christi hilft, in jeder Umgebung und bei jedem Beisammensein liebevoll Einheit zu stiften – auch durch eigene Wunden hindurch.
  4. Das Blut Christi schenkt Befreiung und Schutz vor den Mächten der Finsternis. Wer sich unter den Schutz des Blutes Christi stellt, wehrt die Angriffe des Bösen ab im Namen und in der Vollmacht Jesu, der uns mit seinem kostbaren Blut erlöst hat (Offb 12,11). Nicht magische oder andere esoterische Formeln, Gesten oder „Heilmittel“, sondern die Einheit mit dem Erlöser besiegt den „Herrscher der Welt“ (Joh 14,30) und die Anhänger Satans. Die Demut, die gleichsam dem Blut Christi wie ein Kelch dient, ist dabei der beste und wirksamste Exorzismus! Demut ist die Grundhaltung Mariens, die sich als „lebendiger Kelch“ ganz von der Liebe Gottes erfüllen lässt.
  5. Die Blut-Christi-Verehrung gibt Weisheit und Kraft für den Kampf mit den Feinden der Kirche. Die Homo- und Gender-Lobby, die Freimaurerei und andere Ideologien, die als Freunde und Wohltäter der Menschheit auftreten, aber in Wirklichkeit Feinde des Lebens sind – sie alle sind ohnmächtig im Angesicht der Liebe, die von Golgota herabströmt und in der Eucharistiefeier erfahrbar wird. Darum machen wir uns mit der biblischen Erfahrung oft selber und gegenseitig Mut: DAS BLUT CHRISTI IST STÄRKER (vgl. Hebr 12,24).
  6. Das Blut Christi verbindet uns mit den Blutzeugen und weckt die Bereitschaft zum Martyrium. Die gesunde Verehrung des Blutes Christi nimmt Maß auch an jenen, die in Einheit mit dem Gekreuzigten ihr Leben für die Wahrheit hingegeben haben. Im Bewusstsein, dass „das Blut der Märtyrer der Same der Kirche ist“ (Tertullian), bereitet diese Andachtsform auch auf Zeiten der Verfolgung der Kirche vor, in der die Ganzhingabe bis hin zum Blutzeugnis gefordert ist.
  7. Die Weihe an das Blut Christi erfüllt uns mit heilender Liebe. Im Blute Christi strömt die heilende Liebe Gottes auf uns zu: Jesus gibt sein göttliches Leben, damit wir das Leben der Kinder Gottes gewinnen können und unsere Wunden an Leib, Seele und Geist ausheilen. Wer seine Schwächen, Fehler, Krankheiten und Verletzungen gleichsam in das Blut Christi eintaucht und sie mit dem Opfer des Erlösers vereint, der gewinnt das Heil, die innere und – so Gott will – auch die äußere Heilung und darüber hinaus die Heiligkeit.