Charisma der Hl. Familie

Gottes Antwort auf die Nöte der Zeit
Das Charisma der Geistlichen Familie vom Heiligen Blut
Geistliche Vaterschaft
Geistliche Mutterschaft
Die geistliche Familie Jesu

Gottes Antwort auf die Nöte der Zeit

Jede geistliche Gemeinschaft braucht für ihren Weg zur Heiligkeit, also zur Vereini­gung mit Gott, einen besonderen Schwerpunkt aus der Heiligen Schrift. Gewöhnlich ist dieser Leitgedanke eine Antwort auf die Nöte der Zeit.

Jede Zeit hat ihre eigenen geistlichen Familien hervorgebracht. Sie verwirklichen einen As­pekt der Heiligen Schrift und ergänzen sich gegenseitig. Zusammen sollen sie lebendig aufzeigen und erfahrbar machen, was in der Bibel in Worten dargestellt ist.

Unser Leitwort lautet:

„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mk 10,45)

Das Charisma der Geistlichen Familie vom Heiligen Blut

In unserer Zeit befindet sich vor allem die Familie in einer schwerwiegenden Krise. Darum ist es nicht verwunderlich, dass es viele Orden und Gemeinschaften gibt, die besonders auf die Heilige Familie von Nazareth schauen sowie auf die geistliche Familie Jesu, die sich auf dem Weg nach Jerusalem gebildet hat. So ist auch die „Geistliche Familie vom Heiligen Blut“ entstanden.

„Wir sehen unsere besondere Gabe und Aufgabe in der Bemühung um die gegenseitige Ergänzung der marianisch-mütterlichen Berufung der Frauen und des brüderlich-väterlichen Dienstes der Männer, damit so im Geist der Heiligen Familie die Be­mühun­gen der Kirche um die Ausbreitung des Evangeliums neue Fruchtbarkeit und Schönheit gewinnen.“ (aus der Lebensregel der Geistlichen Familie vom Heiligen Blut)

Die Beziehung zu den einzelnen Personen der Heiligen Familie, die die persönliche wie die gemeinschaftliche Spiritualität unseres Werkes prägen soll, kommt im Gebet der Gemeinschaft zur Heiligen Familie zum Ausdruck.

Geistliche Vaterschaft

Für eine sinnvolle und gute Zusammenarbeit zwischen Priestern, Ordensbrüdern, Ordensschwestern und anderen gottgeweihten Personen ist es entscheidend wichtig, ein klares Bild zu haben, worum es in der geistlichen Vaterschaft geht. Obwohl Jesus deutlich untersagt, dass seine Jünger sich „Vater“ nennen lassen, spricht der hl. Paulus immer wieder davon, dass er geistlich jene gezeugt hat, denen er das Evangelium verkündet und in die Kirche aufgenommen hat. Der hl. Philipp Neri hat sich vor allem als geistlicher Vater gesehen und seine Jünger nennen sich bis heute „Vater“ (Pater), denn sie vermitteln in der Kraft des Heiligen Geistes durch Wort und Sakrament das übernatürliche Leben.

Berufung zur Vaterschaft

Die Vaterschaft in der natürlichen Familie ist seit langem in einer Krise. Umso schwerer ist es, die geistliche Vaterschaft zu verstehen, sie als Ideal zu erkennen. Wir brauchen gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf die natürliche wie auch die übernatürliche Vaterschaft.

Geistliche Mutterschaft

Durch einen übertriebenen Feminismus ist das Muttersein in Verruf geraten. Verächtlich spottet man über die drei „K“ (Kochen, Kinder, Kirche). Dabei ist die richtig verstandene Mutterschaft – natürlich wie geistlich – der schöpferischste und kreativste Beruf, den man sich denken kann! Die Erneuerung von Familie, Gesellschaft und Kirche kommt nicht vorbei an der Erneuerung des Bildes von der Mutter. Dabei spielt die „geistliche Mutter“ eine bedeutende Rolle.

Berufung zur Mutterschaft

Allzu früh werden heutzutage die Mädchen sich selbst und dem Spaß überlassen. Die Kindheit wird abgekürzt, die Jugend großenteils geraubt. Die Vorbereitung auf die Teilnahme am Arbeitsprozess scheint wichtiger zu sein als die Einübung auf die Mutterschaft, zu der sie von Natur aus berufen sind. Von den künftigen Müttern hängt aber das Wohl der gesamten Menschheit ab. Wer kann die Jugend darüber aufklären?

Die geistliche Familie Jesu

„Heilige Familie“ bedeutet für uns aber nicht nur die Familie von Nazareth, sondern – wie schon erwähnt – auch die geistliche Familie Jesu, aus der dann durch die Sendung des Heiligen Geistes die Kirche wurde. Jesus hat seine öffentliche Tätigkeit vermutlich nach dem Tod des hl. Josefs begonnen. Er trennte sich sehr deutlich von seiner bisherigen Großfamilie, in der er aufgewachsen war (vgl. Mk 3,20-21.31-35), und scharte – in verschiedenen Abstufungen der Zugehörigkeit – eine neue, geistliche Familie um sich.

Zum Kreis dieser Berufenen gehörten nicht nur die 12 Apostel und die 72 Jünger, sondern auch eine Gruppe von Frauen (vgl. Lk 8,1-3). Diese „Familie Jesu“ wird auf Golgota, bei der Auferstehung und dann im Pfingstsaal besonders sichtbar.

Wer „Jünger Jesu“ sein, also Jesus „nach­folgen“ und zu seiner „Familie“ gehören wollte, musste aber sehr radikale Bedingungen annehmen:

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Lk 9,23).
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet
(Lk 14,33).

In der Bergpredigt (vgl. Mt 5-7) kommt wohl am deutlichsten zum Ausdruck, von welcher „Spiritualität“ der engere Jüngerkreis Jesu geprägt war. Auch heute geht es nicht „billiger“. Aber das Leben aus dem Wort Gottes gibt dazu Licht und Kraft.

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