So geht’s in der Praxis – Erfahrungen mit dem Wort des Lebens


Das Zeichen des Friedens

Noch vor der Heiligen Messe betrachtete ich in der Kirche das Wort des Lebens, das dort sichtbar aufgehängt war: Herr, stärke unseren Glauben (Lk 17,5). Ich dachte nach: Wie kann ich während der Heiligen Messe aus diesem Wort leben? Immer mehr Menschen kamen und nahmen die freien Plätze in den Bänken ein. Neben mich setzte sich eine Frau. Ich schenkte ihr zunächst keinebesondere Beachtung. Aber dann, als ich sie doch einmal ansah, erschak ich sehr. Es war meine ehemalige Chefin, die meine Entlassung aus der Arbeit veranlasst hatte, so dass ich vor dem Nichts stand.

Ich war unruhig. Ich betete und bat Jesus um einen größeren Glauben, damit ich wenigstens bis zum Ende der Heiligen Messe aushalten könnte. Ich hatte vor allem Angst vor dem Friedensgruß. Das Wort des Lebens half mir dann nach und nach, wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen. Bei der Wandlung bat ich Christus um Hilfe. Dann hörte ich vom Altar her: „Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch!“. Und ich schaffte es. Mit Liebe und Ruhe gab ich das Zeichen des Friedens…
H.A.

Schnarchen und das Wort des Lebens

Auf unserem Zimmer im Kranknehaus ist einer, der wirklich sehr laut schnarcht. Ein richtiger Waldarbeiter!Um halb vier Uhr wurde ich wach und es war so laut, dass es schon eine Lärmbelästigung war. Ich sagte hin und wieder laut „Psssst!“. Das funktioniert meistens, ohne dass derjenige wach wird. Aber das hielt nur für einen Schnacher an, dann kam er wieder auf seine alten Touren. Es dauerte nicht lange und ich wurde zornig: Warum hört er nicht auf mich! Wie kann der nur so laut schnarchen! Ich dachte nach, was ich tun könnte. Da kam mir das „Wort des Lebens“ in den Sinn: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Unnütze Knechte sind wir. Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. (Lk 17,10). OCh verstand daraufhin, dass mich Gott in diese Situation hineingestellt hat und ich hier eine Aufgabe zu erfüllen habe.

Ich wurde mir bewusst, dass meine Aufgabe jetzt darin bestand, zu lieben. Durch diese Gedanken fand ich den inneren Frieden wieder. Als sich aber nach einiger Zeit wieder die Wut in mir regte, kehrte ich sofort zum Wort des Lebens zurück. Ans Einschlafen war nicht zu denken. Ich dachte nach, was ich da am besten tun könnte. Da fiel mir ein, ich könnte zur Nachtschwester gehen und sie um Ohropax bitten. Das hat dann so gut funktioniert, dass ich die Motorsege nur noch ganz weit weg hören konnte. Und bald konnte ich selber beginnen, meine eigenen Bäume umzusegen…
B.S.

Kinder leben auch mit dem Wort des Lebens!

Heute hat eine Schwester mich und noch zwei andere Mädchen gebeten, dass wir den Saal fegen. Am Anfang dachte ich mir, ich sage einfach „nein“, denn mir tat der Fuß etwas weh. Aber dann erinnerte ich mich an das Wort des Lebens: Gott ist die Liebe. Und obwohl ich auch weiterhin keine Lust hatte, entschloss ich mich dennoch, das Wort des Lebens anzuwenden, wenn auch der Fuß wehtat. Ich ging und fegte für Jesus.
Sandra, 12 Jahre